Insektenschutz für Pferde

 

Insektenschutz für Pferde
   sowie hilfreiche Tipps 
  
 
In den Monaten April bis Oktober macht eine Vielzahl von Insekten unseren Vierbeinern
das Leben schwer. Verschiedene Insektenarten sind aber nicht nur lästig, sondern
können auch Bakterien, Viren, Würmer und andere Parasiten übertragen, Allergien
auslösen, Wunden infizieren und Entzündungen der Haut und Schleimhäute hervorrufen.
Vor allem Weidepferde und im Offenstall lebende Pferde sind der Insektenplage oft
schutzlos ausgeliefert.
Durch Schweifschlagen, Wälzen, Kratzen, Beißen, gegenseitiges Beknabbern oder
durch panische Flucht versuchen die geplagten Pferde, die kleinen lästigen
Quälgeister loszuwerden.
Ein wenig Schutz bieten ein dichter Schopf und ein langer Schweif.
Um die lästigen Quälgeister fernzuhalten, können Pferdehalter ihren Tieren durch
zusätzliche Vorsorgemaßnahmen helfen.
 
Zu den Fliegenarten gehören die Stubenfliege (Musidae), Stechfliege sowie
Blutsaugende Fliegen wie die Bremsen (Tabamidae).
An schwülheißen Tagen ist die smaragdgrüne Blindbremse besonders stechlustig,
während die graue Regenbremse an schattigen Orten in Wassernähe, bei bedecktem
Himmel und Nieselregen zusticht.
Wie die Stechfliegen schwärmen Bremsen vom späten Vormittag bis zum Abend.
Die Magendasselfliege(Gastrophilus intestinalis), auch „Biesfliegen“ genannt,
klebt ihre Eier von Juni bis September vor allem an die Vorderbeine der Pferde.
Die Nasendasselfliege (Rhinoestrus purpureus) heimisch in Ost- und Südeuropa
sowie in Nordafrika, spritzt ihre Eier in die Nasen ihrer Opfer.
Von August bis September treten die Nasendasseln auch in unseren Breitengraden auf.
Diese können Schleimhaut- und Kehlkopfentzündungen,
Husten und Kopfschütteln bewirken.
Schlüpfende Larven reizen die Haut und veranlassen die Pferde zum Lecken,
wodurch diese in die Mundhöhle gelangen und sich in die Zunge bohren.
 
Folge: Entzündungen der Schleimhaut,
der Zunge und des Gaumens, mit Kau- und Schluckbeschwerden.
Nach drei bis vier Wochen wandern diese in den Magen,
wo sie Magenschleimhautentzündungen, Koliken und Durchfälle bewirken können.
Nach weiteren acht bis zehn Monaten werden die reifen Larven mit dem Kot ausgeschieden,
verpuppen sich im Weideboden und schlüpfen nach etwa vier Wochen.
Unmittelbar nach der Paarung beginnen die Weibchen wiederum mit der Eiablage. 
Um diesen Entwicklungszyklus zu unterbrechen, müssen die Larven mit einer
entsprechenden Wurmkur im Herbst/Winter abgetötet werden.
Durch sorgfältige Weidehygiene, sowie das Entfernen der Eier aus dem Pferdefell
kann man die Vermehrung einschränken.
Dasselfliegeneier erkannt man als kleine weiß-gelbe Sprenkel, die ziemlich fest im Fell sitzen.
 
 
 Tipp: Aus einer Mischung Wasser und Obstessig lassen sie sich relativ gut auswaschen.
 
  
Zu einer weiteren Insektengruppe, die unsere Pferde im Sommer belästigt,
gehören die Mücken.
Dazu gehören Stechmücken (gemeine Stechmücke-Ringelschnake-Waldschnake),
Kriebelmücken und die Gnitzen. Gemeinsamkeit dieser Mücken ist,
dass nur die Weibchen stechen.
Vorwiegend aktiv sind diese in der Dämmerung und an windgeschützten Orten.
 
Vermehren sich in Gewässern, Tümpeln, an Ufern und Feuchtstellen. Alle Stechmücken
verursachen nicht nur juckende Quaddeln, sondern können auch Krankheitsüberträger sein.
Beim Pferd können unter anderem die ansteckende Blutarmut und die Onchocercariose
(Hautrundwürmer) übertragen.
Die Kriebelmücken sind kleine, gedrungene fliegenähnliche Mücken, die ihre Eier in fließende
Gewässer legen und besonders in Bachnähe und Flussniederung in großer Zahl auftreten.
Ihre giftigen Stiche schädigen Herz und Kreislauf und können das Atemzentrumbeinträchtigen.
Meist jedochverursachen die Stiche nur juckende Knötchen, vor allem an unbehaarten
Stellen der Pferde, wie den Ohreninnenraum.
 
 
 
Ein weiterer unangenehmer Blutsauger ist die gerade Mal ein bis höchsten
drei Millimeter große Gnitze (Culicoides).
Sie bevorzugt windgeschützte Feuchtraumgebiete, wo sie auch ihre Eier ablegt.
Gnitzen sind von Mai bis Oktober vor allem in den feuchtwarmen Frühlings- und
Sommermonaten aktiv.
Hauptflugzeit ist die Morgen- und Abenddämmerung. Stechen die Gnitzen,
sondern sie ein blutgerinnungshemmendes Sekret ab, das starken Juckreiz auslöst,   
Hautschwellungen entstehen lässt und zu allergischen Reaktionen,
dem gefürchteten Sommerekzem, führen kann. Betroffenen Körperstellen
verleiten zum Scheuern, was zu ekzemartigen Hautveränderungen mit kahlen Stellen,
Pusteln und Krusten führt.
Kaum eine andere Krankheit treibt Pferde und Besitzer gleichermaßen in den Wahnsinn
wie das Sommerekzem. Aufgrund des starken Juckreizes scheuern die Pferde sich
oft das komplette Langhaar ab. Gnitzen stechen am liebsten dort wo die Haare senkrecht
stehen wie an der Schweifrübe, dem Mähenkamm, auf der Kruppe, Schlauch,
Euter und an der Bauchnaht.
Eindeutige Diagnosemöglichkeit bietet ein Allergietest mittels einer Blutuntersuchung
in darauf spezialisierten Labors. Eine Desensibilisierung ist aber nicht möglich.
Therapieansätze können nur die Symptome, jedoch nicht die ursächliche Allergie behandeln.
Vorsorgemaßnahmen über die Haltung, Fütterung, Insektenschutzmittel, Schutzausrüstung
(Ekzemerdecke) sowie diverse medizinische und homöopathische Behandlungsmöglich- keiten
können eindämmen und hilfreich sein. (siehe Tipps)
 
Sonderfall „Zecken“ Die Achtbeiner gehören nicht zu den Insekten, sondern
zu den Milbenschmarotzern.
Weltweit gibt es 890 Zeckenarten wovon vor allem die Waldzecke
in Europa vertreten ist. Diese lauert in Laub- und Mischwälder, Unterholz,
auf Sträuchern und sehr hohen Gräsern, ihren Opfern auf.Zecken haben
von März bis Oktober Saison, besonders bissig sind sie aber ab Ende Mai bis Anfang Juni und
Ende August bis Anfang September.
Der Biss der Zecke ist nicht schmerzhaft, sondern bewirkt lediglich einen leichten Juckreiz.
Kann aber auch gefährliche Krankheiten übertragen. Beim Menschen sind das vor allem die
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, Gehirnhautentzündung) und die Borreliose.
Beim Pferd können örtliche Hautvereiterungen und allergische Reaktionen mit
Lymphknotenschwellungen auftreten. 
Beim Pferd schwer zu diagnostizieren und zu behandeln ist die Borreliose,
die das Nervensystem angreift. Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es weder
für Mensch noch Pferd. 
Am besten die Zecke entfernen und die Bissstelle desinfizieren.
Nicht mit Öl oder ähnlichem beträufeln, da der Blutsauger im Todeskampf
besonders viele Bakterien absondert.
Am besten mit einer speziellen Zeckenzange möglichst weit
vorne erfassen und herausziehen. 
 
Natürlich kann man die Insekten nicht ganz aus dem Stall und von der Weide verdrängen,
aber es gibt zahlreiche gute und einfache Vorsorge- und Schutzmaßnahmen die das
Insektenaufkommen erheblich reduzieren können.
 
Zum Beispiel eignen sich Hobelspäne besser als Stroh, da sich verunreinigte
Späne gründlicher aussortieren lassen.
Im Stroh bleiben immer Kot- und Urinreste zurück, die Fliegen anziehen. 
Herumliegende Futterreste entfernen!!!
Fliegenstreifen zum Befestigen an Stalldecken!!!
Streifenvorhänge an Eingängen und Fenstern!!!
Als tierische Helfer gegen die Insektenplage haben sich Spinnen erwiesen. In ihren frisch
gewebten Netzen verfangen sich Insekten aller Art. Darum sollten verstaubte Spinnennetze
im Stall nicht entfernen.!!!
 
Zur biologischen Bekämpfung von Fliegen zählen auch die kleinen Schlupfwespen,
die Fliegenlarven vertilgen und für Tier und Mensch völlig ungefährlich sind.
Auch durch Anpflanzung diverser Sträucher kann man den Insektenschutz unterstützen.
Außerdem gibt es zahlreiche Schutzausrüstungen wie Kopfschutzteile, Fliegendecken,
Kopfhauben und spezielle Ganzkörper-Decken für Ekzemer.Ansonsten helfen
Insektenschutz- und Pflegemittel.  
Ausgewogene Fütterung für einen gesunden Stoffwechsel ist Voraussetzung.
Blutende, Großflächige Wunden, Riss- und Stichwunden sofort behandeln und
mit einem Schutzverband vor Insekten schützen. Kleine Kratz- und Scheuerstellen mit
Zinksalben oder teebaumhaltigen Cremes behandeln,die ebenfalls Insektenabweisend wirken.
 
 
Äußerliche Einreibungen mit wirksamen Präparaten die natürliche Inhaltsstoffe enthalten,
bringen den Tieren Linderung und sogar Heilung, wenn man sie regelmäßig anwendet.